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Denkbar knapp fielen die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein aus. SPD-Ministerpr?sidentin Heide Simonis wird trotz hoher Verluste weiter regieren k?nnen.

?BadTaste? freut sich: ?Also ich roll mich ja jetzt vor lachen echt mal auf dem Boden herum. Gestern h?rte man ja noch diese vollmundigen Selbstbeweihr?ucherungen der CDU im Fernsehen. UND DANN: Um 00.00 Uhr sieht das ganze pl?tzlich gaanz anders aus. SPD, Gr?ne und SSV haben die Mehrheit. Finde ich ja mal prima. So eine sch?ne Wendung erlebt man selten.

Ein prima Signal f?r NRW? Mal sehen, was das bei uns bei der Landtagswahl wird. Bitte, Herr, lass die CDU nicht gewinnen. Ich hab doch kein Geld f?r Studiengeb?hren. Ich will nicht in der Gosse landen...?

J?rgen Oetting meint, der S?dschleswigsche W?hlerverband sei eine Einheitspartei: ?Besonders wenn die derzeit favorisierte Inszenierung "rot-gr?ne Landesregierung wird vom S?dschleswigschen W?hlerverband (SSW) toleriert" dann tats?chlich aufgef?hrt wird, d?rfte sich unterschiedslose Allparteienpolitik nicht mehr durch ?ffentliches Gebrabbel kaschieren lassen. Der SSW ist n?mlich DIE Einheitspartei im Mini-Format. Dort gibt es Konservative, die eher der CDU nahestehen (wie den Landtagsabgeordneten Lars Harms oder die einflu?reiche und starke Flensburger Rathausfraktion). Und es gibt Politikerinnen, wie die Landtagsabgeordnete Anke Spoorendonk, die sich der SPD nahe f?hlen. Und weil beides zusammen geht, weil der SSW trotzdem "funktioniert", wird wohl die Differenz zwischen SPD und CDU belanglos sein.?

Das ?Zauberweib? ist zufrieden: Wir k?nnen am Ende doch nur das kleinere ?bel w?hlen. Und jemand, der Atomstrom gegen?ber alternativen Energiequellen favorisiert, jemand, der ohne wirkliche Not Arbeitspl?tze durch Verl?ngerung der Arbeitszeit zerst?rt (wir erinnern uns: klein-Stoibi hats vorgemacht!) hat einfach keinen Platz im Parlament.
Moe am 22.2.05 22:29


Nordkorea hat den Besitz von Atomwaffen zugegeben. Wie sollte man darauf reagieren? Diese Frage besch?ftigt auch die Blogs:

Die ?Berliner Anmerkungen? schreiben hierzu: ??ber den Stand des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms herrschen viele berechtigte Zweifel. Vermutlich aber hat sich Pj?ngjang bereits als Exporteur atomwaffenf?higen Nuklearmaterials z.B. nach Libyen bet?tigt. Allein diese Gefahr sollte schon genug Anla? zur Sorge sein. Die Annahme, dass Nordkorea mit seinen Drohungen lediglich neue Hilfs- und ?llieferungen erpressen wolle, greift daher zu kurz. Nach dem Ausstieg Nordkoreas aus dem Atomwaffensperrvertrag kann niemand mehr mit letzter Gewissheit sagen, welche Gefahr aus dem kommunistischen Nordern der koreanischen Halbinsel droht.?

Trebonius mahnt zur Vorsicht: ?Je mehr M?chte sich im Besitz von Massenvernichtungswaffen befinden, desto schwieriger die Aufgabe, Proliferation zu verhindern.
Die Welt wird seit dem Ende des kalten Krieges immer gef?hrlicher und dieser Trend d?rfte noch lange anhalten. Das v?llige Versagen amerikanischer Au?enpolitik zwingt Europa, mehr Verantwortung zu ?bernehmen. Die noch zu ratifizierende EU- Verfassung bietet hoffnungsvolle Ans?tze einer st?rker koordinierten R?stungspolitik. Sollte man irgendwann in der Lage sein, die vorhandenen Wehr- Ressourcen effizient zu nutzen, k?nnte die sch?ne alte Welt endlich wieder der Global Player werden, der sie seit 1945 nicht mehr ist.?

Quality wundert sich ?ber das Desinteresse: ?Auch wenn sich keiner sicher ist, ob Nordkorea wirklich Atomwaffen hat, ist die vorherrschende Meinung dazu mau. Ein korrupter Schiri besch?ftigt die Nation mehr als eine handfeste Drohung gegen den Planeten, mit der und mit dem wir uns alle irgendwie arrangieren m?ssen.
Die meisten zweifeln an Nordkoreas Bombe, andere sagen "egal". Aber die Leute, die sonst sehr laut zum Thema sind, halten sich vornehm zur?ck oder sondern S?tze ab, die auf irgendwas verweisen.?
Moe am 14.2.05 21:43


Der politische Aschermittwoch hat auch in den Weblogs f?r Reaktionen gesorgt. Der Schlagabtausch zwischen Stoiber und Schr?der wird kommentiert.

J?rg Wessel wundert gar nichts: Soll ich mich dar?ber aufregen, dass Edmund Stoiber beim politischen Aschermittwoch mit allen Mitteln versuchte, der CSU einen Anstrich zu geben, den die NPD l?ngst hat?
Jedes Jahr auf?s neue bierselig-rechte Grenzg?ngeratmosph?re, mit fremdenfeindlichen Bonbons und zum Besten geben Ur-bayrischer (un)Tugenden. Aber ich rege mich nicht auf, weil ich mich eigentlich locker machen m?chte, schliesslich habe ich Feierabend.

Europhonie weist darauf hin, da? die Vorw?rfe auf Gegenseitigkeit beruhen: ?Wer sich nun auch immer anl?sslich des bundesweit verbreiteten Aschermittwochs-Politik-Brauchs der ?berzogenen Polemik angenommen hat, kann angesichts der bierseligen Spr?che hier wie dort nur fragen: Wann wird Deutschland wieder n?chtern?
Nur eines muss klar sein: Hochmut (Schr?der: Die CSU habe Angst vor der eigenen Courage) kommt vor dem Fall ... und da sitzt die Opposition einschlie?lich der CSU eindeutig im bequemeren Sessel.
Da k?nnen sich Stoiber und Schr?der wechselseitig Realit?tsverlust vorwerfen, so oft und so viel sie wollen. Fest steht: am 27.3. ist Ostern, am 25.12. Weihnachten und im Herbst 2006 ist Wahl.?

Das Antib?rokratieteam wei? Bescheid: ?Ich danke meinem Sch?pfer (falls es derartiges geben sollte) - der kollektive Faschings-Wahnsinn wird nun wie alle Jahre vom politischen Aschermittwoch als Hort des individuellen politischen Wahnsinns abgel?st:
?S?der statt Schr?der !? forderte dem Vernehmen nach das christsoziale Fussvolk auf dem Aschermittwochstreffen der CSU in Passau. Verr?ckt ? Nein, S?der ist zwar ganz offensichtlich ein schr?ger Vogel (Franke ! Nat?rlich !) aber so daneben war das Transparent eigentlich gar nicht, wenn man die rotgr?ne Bilanz betrachtet. Schlimmer k?nnte der das auch nicht verbocken.
Ausserdem ist S?der der kommende Mann, weil in Wirklichkeit Stoiber daran schuld ist, dass Rotgr?n noch regiert !?
Moe am 11.2.05 22:05


Die Deutsche Bank f?hrt hohe Gewinne ein und entl?sst trotzdem tausende von Mitarbeitern. Am Dienstag legte die hessische SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti den Kunden der Deutschen Bank nahe, zu einer anderen Bank zu wechseln.

Der ?postmeister? meint, da? man eben damit durchkommt: ?Die Deutsche Bank entl?sst trotz hoher Gewinne einfach weiter Tausende von Mitarbeitern. Sie pfeift auf jeden Patriotismus und folgt stur ihrer eigenen Logik. Wo doch die SPD so nett zu ihr war. Das ist nicht fair. Da fallen dann schon einmal harte Worte. SPD-Generalsekret?r Klaus-Uwe Benneter sinniert ?ffentlich dar?ber, ob die Deutsche Bank das Attribut "Deutsch" im Namen ?berhaupt noch verdiene. Und die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti legt Kunden der Deutschen Bank nahe, sie k?nnten ja m?glicherweise auch zur Sparkasse wechseln.

Diese beiden braven SPD-Politiker aus dem zweiten Glied haben zweierlei nicht begriffen. Erstens: Die Manager der Deutschen Bank und anderer Unternehmen haben nie irgendetwas versprochen. Sie haben immer nur gedroht. Solange sie damit durchkommen und ihnen eine Forderung nach der anderen erf?llt wird, haben sie nicht den geringsten Grund, damit aufzuh?ren. Dass sie irgendwann anfangen w?rden, im Gegenzug Arbeitspl?tze zu schaffen, ist eine Illusion, die sich die Politik ganz allein gebastelt hat.?

Frank Wiebke geht das zu weit: ?Frau Ypsilanti von der hessischen SPD hat indirekt die Kunden der Deutschen Bank aufgefordert, zu anderen Banken zu wechseln. Egal wie man zu Herrn Ackermann steht - das geht doch wohl zu weit.
Sollen wir das jetzt ?berall so machen, dass die Kunden abspringen, wenn Jobs abgebaut werden? Der Effekt ist ja klar: Dann werden anschlie?end noch mehr Arbeitspl?tze abgebaut. Wirklich ein sehr intelligenter Vorschlag, Frau Ypsilanti! St?rkt au?erdem enorm den Wirtschaftstandort Hessen und die dortigen Arbeitspl?tze...?

Udo Ehrich ist nichts anderes gewohnt: ?Etwas verwunderlich ist sie schon, die Aufregung um die ?u?erung von Josef Ackermann, er wolle auch angesichts von Rekordgewinnen am Personalabbau festhalten und ?ber 6000 Angestellte entlassen. Man gewinnt den Eindruck, da? sich hier eine v?llig neue Strategie aufgetan hat.

Dabei handeln Unternehmen schon l?nger so wie jetzt die Deutsche Bank. Die Dresdner Bank hat vor ?ber einem Jahr schon am Personalabbau festgehalten trotz Gewinnen. In anderen Branchen ist dies auch ?blich, und j?ngst hatte Siemens seinen Mitarbeiten l?ngere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich abgepre?t, obwohl es dem Unternehmen wirtschaftlich gut geht.?
Moe am 10.2.05 22:08


Wer bei Stefan Raabs Show ?TV total? zu Gast ist, verkauft anschlie?end eine Menge Platten.
Dennoch teilt nicht jeder seinen Humor - Sachsens Ministerpr?sident Georg Milbradt beschwerte sich unl?ngst ?ber geschmacklose Witze in der Show.


Verstehen & Gestalten findet die Charts ?berbewertet: Im Spiegel schreibt Thomas Schulz, dass Stefan Raab die Charts im Griff hat. So h?tte etwa Alicia Keys von ihrem Auftritt bei "TV total" (~ 2 Mio. Zusch) mehr profitiert, als bei ihrem Auftritt in "Wetten, dass ..?" (~14 Mio. Zusch). Mal abgesehen davon, dass sich diese Zielgruppen doch ein klein wenig unterscheiden d?rften und musikalische Einlagen in "Wetten, dass..?" traditionell ohnehin als Pinkelpause genutzt werden, begeht Schulz einen weiteren Fehler: Er misst den Erfolg eines K?nstlers an einem "Einstieg in die deutschen Charts".

?Meine Sicht der Dinge? meint, die Deutschen haben keinen Humor: ?Raab entschuldigt sich f?r Witze ?ber Bombardierung Dresdens. Oh Mann, die Deutschen sind doch wirklich ein humorloses Volk geworden. Was hat Raab denn Schlimmes gesagt. Sachsen sei so beliebt, dass einmal 1000 Engl?nder zu Besuch gekommen seien. Daraufhin legt der Ministerpr?sident von Sachsen schriftlichen Protest ein. H?tte das vor 10 Jahren ein Dieter Hildebrandt im "Scheibenwischer" gesagt, es w?re als erstklassiges Kabarett aufgenommen worden.?

GeistesWelt hat kein Problem mit bissigem Humor: ?Stefan Raab ist sicher einer der schlechtesten Komiker der letzten Jahre, die die Fernsehwelt wie ein Pilz bewohnen. Aber er ist Komiker, f?r die es gew?hnlich eine "Narrenfreiheit" gibt, und warum die Leute Komiker auch so gerne sehen. [...]
Ich finde seinen Humor hier nicht wie gew?hnlich flach, sondern durchaus englisch, was sicher eine Qualit?tssteigerung gegen?ber seinem normalen Niveau ausmacht, aber es gibt Leute in der BRD, die immer weniger Spa? verstehen?
Moe am 8.2.05 22:09


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