Vermarktung total
Im Spiegel schreibt Thomas Schulz, dass
Stefan Raab die Charts im Griff hat. So hätte etwa Alicia Keys von ihrem Auftritt bei "TV total" (~ 2 Mio. Zusch) mehr profitiert, als bei ihrem Auftritt in "Wetten, dass ..?" (~14 Mio. Zusch). Mal abgesehen davon, dass sich diese Zielgruppen doch ein klein wenig unterscheiden dürften und musikalische Einlagen in "Wetten, dass..?" traditionell ohnehin als Pinkelpause genutzt werden, begeht Schulz einen weiteren Fehler: Er misst den Erfolg eines Künstlers an einem "Einstieg in die deutschen Charts".
Denn scheinbar landen alle Interpreten nach ihrem Auftritt bei Raab direkt in den Charts -- ganz gleich, wer da was spielt und singt. Das ist ja schon lustig genug. Nun kann man natürlich einfach als von Gott gegeben annehmen, dass Raab eben aus Scheiße Gold macht.
Aber ist es nicht noch viel merkwürdiger, dass ein einziger Fernseh-Auftritt eine Chartplatzierung zur Folge hat? Gehen wir mal nicht davon aus, dass selbst all die begeisterungsfähigen 2 Mio. Zuschauer von "TV total" gleich am nächsten Tag in den Laden rennen ... Da fragt man sich doch: Wie viele Einheiten muss man eigentlich verkauft haben, um eine Woche lang in den deutschen Charts zu landen. Und: was für ein armseliges Hilfsmittel sind Chartplatzierungen eigentlich in Wirklichkeit?