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Der Klingelton-Wahnsinn in der TV-Werbung nervt immer mehr Leute. Auch die Blogger.

Barczok sieht die Kultur auf dem absteigenden Ast: „Der Klingeltonwahnsinn ist ja für mich das untrügliche Zeichen für den Untergang unserer Kultur. Wollte ich nur mal so sagen…“

Quality fragt sich, ob Verbraucherschutz da helfen kann: „heise berichtet, dass das Bundeskabinett ein Gesetz berät, mit dem Mobiltelefon-Nutzer vor versteckten Kosten geschützt werden sollen. Indem die Dienstanbieter über ihre Kosten und Vertragsdetails vor Inanspruchnahme durch den Kunden Auskunft gegen, die der Kunde dann bestätigt. Komisch. Beim furzenden Emu stehen doch immer unten drunter die Preise. Und das Wörtchen Abo. Vielleicht liegts nicht daran, dass die Vertragsbedingungen irgendwo niedergeschrieben sind, sondern daran, dass Kunden von Klingeltondiensten entweder nicht verstehen, was sie da lesen, oder nicht lesen können.“

Muh-Tiger meint, die Gesetze zum Verbraucherschutz kommen zu spät: „Also die Koalition der Unfähigen (SPD/Grüne) hat sich auf Druck der Blogsphäre hin (?) dazu durchgerungen nach 5 Jahren endlich etwas gegen die Klingeltonabzocke zu unternehmen. Nein, das ist kein Irrtum! Da steht wirklich 5 Jahre und ich meine das so. Wobei ich mit 5 Jahren wohl noch ein wenig untertreibe.
Überlegt man sich einmal wie lange es Jamba&Co schon gibt, dann ist das eine, sagen wir mal, doch recht Zeitnahe Maßnahme die unsere Bunte-Regierung da durchgezogen hat. Knallhart und völlig ohne Kompromisse.“

Loki findet die anderen Klingeltöne genauso bescheuert: „Warum nur traf der Frust der durch unfähige Politik gebeutelten Bundesbürgerschaft dieses kleine gelbe Gesangstalent? Warum richtet sich der Deutsche nicht gegen irre Frösche, die Motorengeräusche imitieren, oder zahlreiche - bestimmt käufliche - Frauen, die mit sexuellen Höhepunkten bei Anruf das menschliche Ohr martern?
Es gilt ja sowohl die gesangliche, wie auch in Sachen Niedlichkeit vorhandene Überlegenheit von Klingelton - Tweety herauszustellen. Haben Elch und Frosch aus purem Neid diese Mordkampagne gegen unseren Handyhelden angezettelt?“
Moe am 4.2.05 22:12


In Deutschland gibt es mehr Arbeitslose als je zuvor. Weit über 5 Millionen sollen es sein, wie Wirtschaftsminister Wolfgang Clement bekannt gab.

MyTwoCents“ fragt, was aus den Wahlversprechen wurde: „Da ich ja für Wahrheit in der Politik geworben habe, muss ich jetzt ja mal loben. Hr. Clement hat ja endlich mal die Wahrheit gesagt, statt 5 Mio. haben wir tatsächlich 6,5 Mio. Arbeitslose. Wer jetzt noch nicht gemerkt hat was Statistiken, die man nicht selber fälscht, wert sind, ist selber schuld.
Auch wäre es angebracht sich zu Entschuldigen. Es war vor der Wahl die Rede das die Arbeitslosenzahlen halbiert werden, da hab ich damals schon nicht dran geglaubt. Also liebe Bundesregierung, dann Entschuldigt euch mal bei allen euren Wählern.“

Benjamin Eberlei verlangt, neue Stellen zu schaffen: „Ich denke auch, dass der überregulierte Arbeitsmarkt in Deutschland ein Grund für das Arbeitslosenproblem ist. Man darf deswegen, aber nicht komplett auf die Nachfrageseite der Arbeit - nämlich die Jobsuchenden selber - einschränken, sondern man muss auch überlegen inwieweit man der Angebotsseite es überhaupt schwer macht neue Stellen zu schaffen: Beispielsweise in aufstrebenden Märkten wie der BioTech-Branche. In der Vergangenheit gab es immer wieder hunderte Beispiele für Branchen, die als Werkzeug des Teufels gesehen wurden und sich im Endeffekt doch nur als sehr nützlich erwiesen haben. Deutschland verliert also weiter immer mehr Arbeitsplätze in der Produktion, schafft es aber nicht anderswo neue Jobs zu kreiieren.“

Claudia Trossmann kommt das bekannt vor: „Die Parallelen werden offensichtlicher und Vergleiche mit den letzten Jahren der Weimarer Republik fallen immer häufiger. Auch Parallelen zur Weltwirtschaftskrise 1929 werden deutlich.
Denn selbst Clement gibt jetzt offen zu: 6,5 Millionen Arbeitslose sind Fakt im Januar 2005 inklusive aller ABM- und Ein-Euro-Jobs. Rechne ich weiter hoch, dann komme ich auf die durchaus wahrscheinliche Zahl, dass jeder vierte Deutsche, ob Baby oder Greis, mittel- oder unmittelbar durch Arbeitslosigkeit betroffen ist. Diese Zahlen sind mittel- und langfristig gesellschaftlicher Sprengstoff. Da hilft keine rosarote Brille und keine Wachstumsbeschwörung!“
Moe am 3.2.05 21:50


Megastar Michel Jackson wird verdächtigt, Kinder missbraucht zu haben – Anfang dieser Woche startete der Prozess im kalifornischen Santa Maria.

Thorsten Küper meint, dies wird ähnlich einer Show: „Die Einwohner des kalifornischen Städtchens Santa Maria, einem Kaff, von dem bis dato niemand wußte, dass es überhaupt existiert, dürfen sich glücklich schätzen. Michael Jackson tritt endlich mit einer neuen Bühnenshow auf - und die wird ausschließlich in Santa Maria aufgeführt. Co-stars on stage: Staatsanwalt, Anwalt und ein tougher Richter, der nicht unbedingt als zimperlich gilt.
Früher zahlte man Kohle dafür, wenn man Musiker live auf der Bühne erleben wollte. Jetzt legt man einige hundert Dollar auf den Tisch, nur um aus nächster Nähe sehen zu können, wie ein ehemaliger Star aus einer Limousine steigt und auf dem Weg ins Gerichtsgebäude in die Menge winkt.“

Meine Sicht der Dinge“ glaubt nicht an einen fairen Prozess: „Der "Jahrhundertprozess" startet mit einer Herkulesaufgabe: Aus einem Pool von über 4.000 Juroren sollen 12 "unvoreingenommene" Frauen und Männer benannt werden, die über Jacksons Schicksal entscheiden.
Nach dieser beispiellosen Medienhetze in den letzten Monaten wird es wohl kaum möglich sein Michael Jackson eine gerechte Verhandlung zukommen zu lassen. Man wird wohl in die Popbücher schreiben können, daß 2005 das Jahr war indem die Karriere eines der genialsten Musiker abrupt zu Ende ging. Nein, ich glaube nicht das an den Vorwürfen etwas dran ist. Sein ganzes Kindergetue kommt von seiner verzweifelten Suche nach einer Kindheit, die er nie erleben durfte. Sollte er aber doch schuldig sein dann gehört er natürlich für den Rest seines Lebens hinter Gitter!“

Vanessa befürchtet, daß Promis bevorzugt behandelt werden: „Hm, heute ist ja der Beginn vom Michael Jackson Prozess. Also wenn der echt Kinder missbraucht hat, hoffe ich auch, dass der verurteilt wird und nich son Promi-Bonus bekommt. Weil.........das wär ma echt shice und der Typ is mir um ehrlich zu sein eh n bischen suspekt.“
Moe am 2.2.05 12:55


Die NPD boykottiert die Schweigeminute für Holocaust-Opfer und nennt die Bombadierung Dresdens „Bomben-Holocaust“ – die Blogger sind entsetzt.

Gervelms WebLog fordert: „Faschismus muss in Deutschland endlich unmöglich gemacht werden, und dazu gehört ein sofortiger Rausschmiss aller Faschisten aus deutschen Parlamenten und ein vollständiges Verbot und die Kriminalisierung jedes rechten Umtriebes.“

Fakten und Fiktionen machen auf die Problematik eines Verbotsverfahrens aufmerksam: „Eine Partei zu verbieten ist ziemlich schwer: Jahrelange Rechtsstreitigkeiten, kostenlose Werbung auf Monate hinaus, mit Schlagzeilen und Solidarisierungseffekt, speziell unter desorientierten Jugendlichen! Wenn die NPD geschlossen wird, gehen die Anhänger zur DVU oder gründen eine neue Partei, und das Spiel geht von vorne los. Es ist die Taktik der NPD, mit solch provozierenden Reden wie in Dresden Skandale zu erzeugen."

Im kontrastreichen Blog heißt es: „Vorschlag zur Güte: Wir errichten irgendwo, wo jeder leicht hinkommt, ein riesiges Denkmal für alle Menschen, die irgendwann mal irgendwo gestorben sind, weil irgendwelche Idioten irgendwo anders der Meinung waren, dass gewisse Menschen mehr wert sind und mehr Beachtung verdient hätten als andere. Den Abgeordneten der NPD wären dann auch die Ideen für neue Anträge ausgegangen, und sie könnten dann nach Hause gehen, für immer.“

semmels kolumne schreibt über ein erneutes Verbotsverfahren: „Otto Schilys Verbots-Initiative ging so gründlich in die Hose, dass Schily keine Traute mehr hat, der NPD ans Leder zu gehen. Außerdem ist die Bekämpfung von Kopftuchsprenggürtellehrerinnen und muselmanischer Suizidterrorkommandos ein populäreres Betätigungsfeld als die Auseinandersetzung mit dem braunen Pack."
nico am 24.1.05 10:55


Nach dem Mord an Rudolph Moshammer fasste die Polizei den Täter aufgrund einer DNA-Analyse. Politiker wie Nordrhein-Westfalens Innenminister Fritz Behrens (SPD) und Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) fordern die Ausweitung von DNA-Tests zur Verbrechensaufklärung.

Michael Lose hält das für übertrieben: „Wie auf ein Stichwort, kommen die Befürworter des gläsernen Bürgers alle wieder aus ihren Löchern und fordern eine Ausweitung von DNS-Analysen. Schily fordert, dass DNS-Spuren immer dann genommen werden sollen, wenn eine erkennungsdienstliche Behandlung vorgenommen wird.
Unverständlich ist allerdings, dass die schnelle Aufklärung des Moshammer Mordes die Begründung für diesen Aktionismus liefern soll - schließlich ist der vermeintliche Täter innerhalb kurzer Zeit ermittelt und festgenommen worden. Das spricht doch eigentlich dafür, dass das System funktioniert, oder sehe ich das falsch?“

Oli sieht hier eine Manipulationsgefahr: „Für Fritz Behrends, seines Zeichens Innenminister Nordrhein-Westfalens, ein willkommener Anlass für den genetischen Fingerabdruck die Werbetrommel zu rühren. Schließlich seien damit Verbrecher viel leichter und schneller zu fassen. Auch kann es da keinen Irrtum geben, sagt man. Aber stimmt das auch?
Tatsache ist, dass es kein Problem ist, falsche DNA-Spuren zu legen. Dafür eignen sich prima Haare, Zigarettenkippen, alte Pflaster, Tampons und vielleicht sogar Erbrochenes. Praktisch alles also. Ob von Wildfremden um einfach Spuren zu verwischen oder von einer bestimmten Person, der der Mord in die Schuhe geschoben werden soll - alle möglichen Manipulationen wären denkbar.“

Irene Schmidt befürchtet, daß man unter Generalverdacht gerät: „Und schon fordern viele, diese Art der Verbrechensaufklärung auszuweiten. Ist das richtig? Gerade hat sich doch gezeigt, dass ein solcher Fahndungserfolg mit der bestehenden rechtlichen Basis möglich ist. Wird die Erfolgsquote besser, wenn man die Speicherung von DNA-Daten erweitert - oder ist das etwa nur Spekulation?
Soll jeder, der eines Verbrechens verdächtig ist, diese Daten hinterlegen müssen? Das würde heißen bei jedem Verdacht auf z.B. ein gestohlenes Fahrrad, werden diese Daten erhoben - egal, ob schuldig oder nicht.
Bleibt das Problem, dass es immer auch Ersttäter gibt. Wäre es dann nicht einfacher, gleich bei jedem Bürger vorbeizuschauen und ein Pröbchen Speichel zu verlangen. Ist das noch verhältnismäßig?
Und die Daten der Unschuldigen wieder löschen? Wer überprüft das? Und ab wann gilt man bei der Polizei als unschuldig?“
Moe am 19.1.05 11:37


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